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Gleitlacke / Anti-Friction-Coatings – Hochleistungs-Trockenschmierstoffe

Gleitlacke, auch als Anti-Friction-Coatings bezeichnet, sorgen für eine dauerhafte Reduzierung von Reibung und Verschleiß bei hochbelasteten Bauteilen und technischen Oberflächen. Die trockenen Schmierfilme gewährleisten zuverlässige Gleiteigenschaften auch unter extremen Bedingungen, bei denen klassische Schmierstoffe an ihre Grenzen stoßen.

In unserem Sortiment finden Sie hochwertige Gleitlacke auf Basis moderner Festschmierstoffe für Maschinen, Lagerstellen, Führungen, Schraubverbindungen und technische Komponenten – unter anderem von Marken wie Molykote, Klüber, Molyduval oder OKS.

Was sind Gleitlacke?

Gleitlacke sind Trockenschmierstoffe, die nach dem Auftragen einen fest haftenden Schmierfilm bilden.
Sie reduzieren Reibung zwischen beweglichen Bauteilen und schützen Oberflächen zuverlässig vor Verschleiß.

Im Gegensatz zu klassischen Ölen oder Fetten besitzen Gleitlacke eine geringe Schmutzanhaftung und eignen sich besonders für Anwendungen mit hohen Druckbelastungen, niedrigen Gleitgeschwindigkeiten oder anspruchsvollen Umgebungsbedingungen.

Verfügbare Festschmierstoffe

Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Wirkstoffe zum Einsatz:

  • MoS₂ (Molybdändisulfid)
  • PTFE
  • Graphit
  • Kombinationen aus Festschmierstoffen und Bindesystemen

Erhältlich als:

  • Spray
  • Pinsellack
  • Tauchbeschichtung
  • Spezialbeschichtung für technische Anwendungen

Den passenden Gleitlack auswählen

Die Wahl des geeigneten Gleitlacks hängt unter anderem ab von:

  • Werkstoffpaarung
  • Temperaturbereich
  • Druck- und Belastungssituation
  • gewünschter Schichtstärke
  • Einsatzumgebung und Verschmutzungsgrad
  • Anforderungen an Geräusch- und Verschleißreduzierung

Gleitlacke online kaufen

Entdecken Sie hochwertige Gleitlacke für zuverlässige Trockenschmierung und dauerhaften Verschleißschutz. Finden Sie passende Lösungen für Maschinen, Bauteile und technische Anwendungen direkt online.

 

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Gleitlacke / Anti-Friction-Coatings – Hochleistungs-Trockenschmierstoffe

Gleitlacke, auch als Anti-Friction-Coatings bezeichnet, sorgen für eine dauerhafte Reduzierung von Reibung und Verschleiß bei hochbelasteten Bauteilen und technischen Oberflächen. Die trockenen Schmierfilme gewährleisten zuverlässige Gleiteigenschaften auch unter extremen Bedingungen, bei denen klassische Schmierstoffe an ihre Grenzen stoßen.

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Was sind Gleitlacke?

Gleitlacke sind Trockenschmierstoffe, die nach dem Auftragen einen fest haftenden Schmierfilm bilden.
Sie reduzieren Reibung zwischen beweglichen Bauteilen und schützen Oberflächen zuverlässig vor Verschleiß.

Im Gegensatz zu klassischen Ölen oder Fetten besitzen Gleitlacke eine geringe Schmutzanhaftung und eignen sich besonders für Anwendungen mit hohen Druckbelastungen, niedrigen Gleitgeschwindigkeiten oder anspruchsvollen Umgebungsbedingungen.

Verfügbare Festschmierstoffe

Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Wirkstoffe zum Einsatz:

  • MoS₂ (Molybdändisulfid)
  • PTFE
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Molykote D321R Anti Friction Gleitlack Dose 1kg
Molykote D-321R AFC - 1 kg Dose
Inhalt 1 Kilogramm
237,06 €
Molykote D-3484 Anti Friction Coating Dose 500g
Molykote D-3484 AFC EC - 0,5 kg Dose VE 10
Inhalt 10 STK. (110,26 € * / 1 STK.)
1.102,60 €
Molykote Metal Protector Plus 8-kg-Eimer
Molykote METAL PROTECTOR PLUS - 8 kg Kanister
Inhalt 8 Kilogramm (34,75 € * / 1 Kilogramm)
278,00 €
Molykote D3484 Anti Friction Coating 5kg
Molykote D-3484 - 5 kg Eimer
Inhalt 5 Kilogramm (186,74 € * / 1 Kilogramm)
933,70 €
Molykote D-708 Anti Friction Coating 18-Liter-Eimer
Molykote D-708 Anti-Friction Coating - 18 l Kanister
Inhalt 18 Liter (198,38 € * / 1 Liter)
3.570,84 €
Molykote 7400 Trockenschmierstoff 5kg
Molykote 7400 - 5 kg Eimer
Inhalt 5 Kilogramm (83,97 € * / 1 Kilogramm)
419,85 €
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Molykote D-321 R Eimer 5kg
Molykote D-321 R - 5 kg Eimer
Inhalt 5 Kilogramm (225,51 € * / 1 Kilogramm)
1.127,55 €
Molykote L-13 Verdünner 5-Liter-Dose
Molykote L-13 AFC THINNER - 5 l Kanne
Inhalt 5 Liter (58,53 € * / 1 Liter)
292,65 €
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Molykote 3402-C Leadfree Anti Friction Coating 500g-Dose
Molykote 3402-C LEADFREE - 0,5 kg Dose VE 10
Inhalt 1 STK.
156,19 €
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Molykote 3402-C LF AntiFriction-Coating Eimer 5kg
Molykote 3402 C - 5 kg Gebinde lufthärtender Trockenschmierstoff
Inhalt 5 Kilogramm (248,19 € * / 1 Kilogramm)
1.240,95 €
Molykote D-10-GBL AntiFriction-Coating Eimer 5kg
Molykote D-10 GBL - 5 kg Eimer
Inhalt 5 Kilogramm (226,12 € * / 1 Kilogramm)
1.130,60 €
Molykote D-10 GBL AFC 50kg Hobbock
Molykote D-10 GBL - 50 kg Hobbock
Inhalt 50 Kilogramm
Preis auf Anfrage
Molykote D-7620 25kg Eimer
Molykote D-7620 AFC - 25 kg Gebinde
Inhalt 25 Kilogramm
Preis auf Anfrage
Molykote 7415 Verdünnung Eimer 5kg
Molykote 7415 THINNER - 5 kg Gebinde
Inhalt 5 Kilogramm (84,64 € * / 1 Kilogramm)
423,20 €
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Molykote D-7409 Gleitlack Eimer 5kg
Molykote D-7409 - 5 kg Gebinde
Inhalt 5 Kilogramm (207,27 € * / 1 Kilogramm)
1.036,35 €
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Was ist ein AFC-Gleitlack?

AFC steht für Anti-Friction Coating – einen Festschmierstoff, der in einem polymeren Bindemittel suspendiert und als dünne, gleichmäßige Schicht auf Bauteile aufgetragen wird.
Nach der Aushärtung entsteht ein selbstschmierender, tragfähiger Trockenfilm, der vollständig auf Flüssigschmierstoffe verzichten kann.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Ölen und Fetten bleibt die Gleitlackschicht am Bauteil haften, wird nicht abgeschleudert, verdampft nicht und verdrängt keine anderen Medien.
Sie eignet sich damit besonders für Anwendungen, bei denen eine Flüssigschmierung technisch oder hygienisch nicht infrage kommt.

Die Bestandteile im Überblick

  • Festschmierstoffe: MoS₂ (Molybdändisulfid), PTFE, Graphit oder h-BN – je nach Anforderung einzeln oder kombiniert
  • Bindemittel: Epoxid, Phenol, Polyamidimid (PAI) oder PTFE-basiert – bestimmt Temperaturstabilität sowie Chemikalien- und Medienbeständigkeit
  • Lösungsmittel / Träger: organisch oder wässrig – beeinflusst VOC-Emissionen und Verarbeitbarkeit
  • Additive: Korrosionsschutzpigmente, Haftvermittler und Thixotropiermittel

Die Einsätze von Anti-Friction-Coatings/Gleitlacken

Anti-Friction-Coatings kommen in allen Bereichen der Industrie zum Einsatz. Durch die zunehmende Automatisierung in Fertigung und Montage steigt ihre Bedeutung stetig.
Nicht selten ersetzt der Einsatz von Anti- Friction-Coatings verschiedene Schmierungsprozesse in einem Arbeitsablauf.
So können zum Beispiel zu montierende Bauteile mit einem Gleitlack vor Korrosion und Verschmutzung geschützt transportiert werden.
Bei der Montage ersetzt das verwendete Anti-Fricion- Coating dann einen flüssigen oder festen Montageschmierstoff oder eine mechanische Montagehilfe.
Auch zur Unterstützung der Einlaufprozesse von Maschinenelementen kommen Anti-Friction- Coatings immer häufiger zum Einsatz.
Sie bieten einen zusätzlichen Schutz vor Verschleiß, einen definierten Reibungskoeffizienten und machen den gesamten Prozess berechenbarer
und sicherer.
Anti-Friction-Coatings ermöglichen in vielen Fällen eine Lebensdauerschmierung und erlauben im Vergleich zur konventionellen Schmierung einfachere Konstruktionen.

Dank ihrer Vielseitigkeit, einfachen Handhabung und Anwendung kommen Anti-Friction- Coatings in zahlreichen Fertigungsprozessen in fast allen Industriebereichen zum Einsatz.

Die Anwendungen umfassen Dichtlippen, Schließsysteme und Zylinder, Federn, Nockenwellen, Getriebe, Spindeln, Gleitlager, O-Ringe,
Tür-, Fenster- und Kofferraumdichtungen, Armaturen, Scharniere, Schalter, Schrauben,  Bolzen, Kettenelemente, Sintermetallbuchsen,
Lagerschalen, Linearführungen, Zahnstangen, Ventile, Vergaser, Pumpen, Muttern, Schrauben und Bolzen, Kolben und viele weitere.

Vorteile von Gleitlacken/Anti-Friction-Coatings sind:

  • Trockene und saubere Schmierung
  • Verminderung von Reibung und Verschleiß
  • Konstante und definierte Reibwerte mit sehr geringer Streuung
  • Einsatz unter extremen Bedingungen wie Hoch-/Tieftemperatur, Vakuumund schmutzige Umgebungen
  • Lebensdauerschmierung möglich
  • Vereinfachte Montage und Demontage
  • Minimierung des Wartungsaufwandes
  • Ersatz, Unterstützung oder Ergänzung von Öl- oder Fettschmierung
  • Besserer Einlauf von Maschinenelementen
  • Zusätzliche Notlaufeigenschaften
  • Geeignet für fast alle Werkstoffe wie Metalle, Kunststoffe, Elastomere, Holz
  • Sehr guter Korrosionsschutz
  • Lange Lagerungszeiten
  • Mineralöl- und chemikalienbeständige Beschichtungen möglich
  • Keine Verschmutzung von Reibstelle und Umgebung
  • Verminderung von Passungsrost
  • Sehr dünne Beschichtung möglich
  • Hohe Ergiebigkeit
  • Teilweise überlackierbar
  • Keine Wasserstoffversprödung
  • Vermeiden von „Stick-Slip-Effekten“
  • Geräuschreduzierung

Vorteile gegenüber Nassschmierung

Die Entscheidung für einen Gleitlack ist keine Kompromisslösung.
In vielen Anwendungen ist sie technisch überlegen.
Die wichtigsten Argumente:

EigenschaftAFC-GleitlackÖl / FettPTFE-Band
Reibungskoeffizient μ 0,02–0,12 0,05–0,20 0,04–0,15
Temperaturbeständigkeit bis +450 °C bis +250 °C bis +260 °C
Abschleudersicher Ja Nein Ja
Trocken- und Vakuumbetrieb Ja Nein Ja
Lebensmittelzulassung NSF H1 Produktabhängig Produktabhängig
Wartungsintervall Sehr lang Kurz Mittel
Sauberkeit / Rückstände Kein flüssiger Schmierfilm Ölfilm und Staubanziehung Keine Rückstände
Korrosionsschutz integriert Möglich Gering Nein

Praxistipp: Kombination
In der Einlaufphase kombinieren viele Betreiber AFC-Gleitlack mit einer minimalen Ölzuführung in Form einer Minimalmengenschmierung.
Nach dem Einlaufen, meist nach 10–50 Betriebsstunden, kann vollständig auf Nassschmierung verzichtet werden.

Gleitlack-Typen & Bindemittel-Systeme

Das Bindemittelsystem bestimmt maßgeblich die Einsatzgrenzen.

MoS₂-basierte Gleitlacke (Molybdändisulfid)

MoS₂-Lacke sind das Arbeitspferd der Trockenschmierung.
Die lamellare Kristallstruktur ermöglicht Gleitebenen mit extrem niedrigem Scherwiderstand.
Sie eignen sich besonders für Hochlast- und Niedergeschwindigkeitsanwendungen.

  • Lastkapazität: bis 3.000 N/mm² Flächenpressung
  • Temperaturbereich: −180 bis +400 °C, im Vakuum bis +1.100 °C
  • Typische Schichtdicke: 10–25 µm
  • Hinweis: In feuchter Umgebung und bei Oxidation kann die Schmierwirkung abnehmen; eine Kombination mit Graphit wird empfohlen

PTFE-basierte Gleitlacke

PTFE bietet einen sehr niedrigen Reibungskoeffizienten von etwa μ = 0,02–0,04.
PTFE-basierte Gleitlacke eignen sich besonders für geringe Belastungen, hohe Geschwindigkeiten und chemisch aggressive Medien.

  • Reibungskoeffizient μ: 0,02–0,08
  • Chemikalienbeständigkeit: ausgezeichnet; FDA- und NSF-H1-Varianten sind verfügbar
  • Typische Schichtdicke: 8–15 µm
  • Temperaturgrenze bei Dauerbelastung: maximal +260 °C

Graphit-Gleitlacke

Graphit ist in feuchter Atmosphäre MoS₂ überlegen, da Wasserdampf die Gleitschichten trennt und stabilisiert.
Graphit-Gleitlacke werden bevorzugt in der Warmumformung, bei Stanzoperationen und im Hochtemperaturbereich eingesetzt.

  • Temperaturbereich: bis +500 °C
  • Besonders geeignet für feuchte Umgebungen

h-BN (hexagonales Bornitrid)

Hexagonales Bornitrid wird auch als „weißer Graphit“ bezeichnet.
Es ist elektrisch isolierend, thermisch leitfähig und bis +900 °C temperaturstabil.
Dadurch eignet es sich insbesondere für Elektromotoren, Transformatoren und Hochfrequenzanwendungen.

Übersicht der Temperaturlimits

FestschmierstoffMaximale TemperaturBesondere Stärke
MoS₂ 400 °C, im Vakuum bis 1.100 °C Hochlast und Vakuum
PTFE 260 °C Leichtlast sowie FDA- und NSF-H1-Anwendungen
Graphit 500 °C Feuchte Umgebungen und Umformung
h-BN 900 °C Elektrische und keramische Anwendungen

Produktauswahl: Die richtigen Fragen

Ein AFC-Gleitlack ist kein Universalprodukt.
Vor der Bestellung sollten die folgenden Parameter geklärt werden.

Checkliste: Anforderungsprofil

  • Betriebstemperatur: Minimale und maximale Werte einschließlich Stillstand und Reinigungsbetrieb angeben
  • Lasttyp: Flächenpressung in N/mm² sowie Stoß-, Dauer- oder Schwingbelastung berücksichtigen
  • Gleitgeschwindigkeit: Haftreibung und Gleitreibung unterscheiden; bei hohen Geschwindigkeiten PTFE bevorzugen
  • Umgebungsmedien: Medienbeständigkeit gegen Wasser, Säuren, Laugen, Lösemittel und Kraftstoffe prüfen
  • Grundwerkstoff: Stahl, Edelstahl, Aluminium, Magnesium, Titan, Kunststoff oder Keramik berücksichtigen
  • Auftragsverfahren: Spritzen, Tauchen oder Bürsten sowie die vorhandene Ofentechnik einplanen
  • Zulassungen: Anforderungen an NSF H1, ATEX, FDA, RoHS und REACH klären
  • Toleranzen: Zulässige Schichtdicke festlegen und Passmaße berücksichtigen

Passung & Toleranz:
AFC-Beschichtungen reagieren empfindlicher auf die Schichtdicke, als viele Anwender vermuten.
Bei Passungen mit H7/h6 sollten Schichtdicken von 8–12 µm gewählt und beidseitig für Bohrung und Welle einkalkuliert werden.
Vor dem Auftrag sollte eine Abstimmung mit der Konstruktion erfolgen.

Substrat-Vorbereitung – der kritische Schritt

Die Haftfestigkeit eines Gleitlacks hängt entscheidend von der Oberflächenvorbereitung ab.
Mindestens 60–70 % der Schadensfälle sind auf eine mangelhafte Vorbereitung zurückzuführen.

Strahlen mit Druckluft

Für Stahl gilt das Druckluftstrahlen mit Korund (Al₂O₃) als bevorzugtes Verfahren.
Empfohlen wird eine Oberflächengüte von Sa 2½ bis Sa 3 nach DIN EN ISO 8501-1.
Eine Rauheit von Ra 0,8–2,5 µm unterstützt die Haftung durch Formschluss.

Phosphatierung

Manganphosphat ist bei Gleitlack-Anwendungen eine bevorzugte Vorbehandlung für die Massenfertigung.
Die mikrokristalline Struktur der Phosphatschicht dient als Anker für das AFC-Bindemittel und verbessert den Korrosionsschutz.

Entfettung

Öl- und fettfreie Oberflächen sind eine grundlegende Voraussetzung.
Empfohlen wird eine alkalische Entfettung mit anschließender Spülung mit vollentsalztem Wasser.
Alternativ ist eine lösemittelbasierte Entfettung mit Aceton oder IPA möglich, die jedoch Rückstände hinterlassen kann.

Fingerabdrücke vermeiden:
Nach der Vorbereitung dürfen Bauteile ausschließlich mit sauberen Nitrilhandschuhen angefasst werden.
Fettspuren durch Fingerabdrücke können zu lokalen Haftungsverlusten führen und sind unter der ausgehärteten Schicht nicht erkennbar.

Nicht strahlbare Substrate und NE-Metalle

WerkstoffEmpfohlene Vorbehandlung
Aluminium / Magnesium Anodisieren oder Chromatieren als Haftvermittler
Titan Sandstrahlen mit Korund und anschließende Phosphorsäurebeize
Kunststoffe Plasmaaktivierung oder Primer-Vorbehandlung; stets das jeweilige Datenblatt beachten
Messing / Bronze Chemische Entfettung und leichtes Schleifen auf Ra 0,8–1,6 µm

Auftrag & Verarbeitung

Spritzauftrag – die bevorzugte Methode

Für maßhaltige Serienteile ist der Spritzauftrag mit einer Druckluftpistole im HVLP-Verfahren Standard.

Empfohlene Spritzparameter für typische AFC-Gleitlacke:

ParameterRichtwert
Düsendurchmesser 0,8–1,2 mm
Spritzdruck 2,0–3,5 bar
Spritzabstand 20–30 cm
Anzahl der Lagen 2–3 Lagen, kreuzweise
Ablüftzeit zwischen den Lagen 5–10 Minuten bei 20 °C

Tauchbeschichtung

Die Tauchbeschichtung eignet sich besonders für Kleinteile und die Massenfertigung, beispielsweise von Schrauben, Federn und Clips.
Das Bauteil wird vollständig in das Gleitlackbad getaucht.
Anschließend wird das überschüssige Material durch Zentrifugieren oder Abtropfen entfernt.
Die Kontrolle der Schichtdicke ist bei diesem Verfahren anspruchsvoller.
Viskosität, Temperatur und Verweildauer müssen daher genau eingestellt werden.

Pinsel- und Rollenauftrag

Der Pinsel- und Rollenauftrag eignet sich für Reparaturen, Einzelteile und schwer zugängliche Stellen.
Ein Nachteil ist die geringere Gleichmäßigkeit der Beschichtung.
Für Hochpräzisionsanwendungen wird dieses Verfahren daher nicht empfohlen.
Bestimmte niedrigviskose Gleitlacke sind jedoch ausdrücklich für den Pinselauftrag ausgelegt.

Viskosität prüfen:
Die Verarbeitungsviskosität sollte mit einem Auslaufbecher nach DIN mit einer 4-mm-Düse gemessen werden.
Der Zielbereich liegt bei 18–25 Sekunden bei 20 °C.
Bei Abweichungen darf nur mit dem im Datenblatt angegebenen Verdünnungsmittel verdünnt werden.
Fremdlösemittel sind nicht zu verwenden.
Temperaturbedingte Schwankungen der Viskosität sollten täglich kontrolliert werden.

Härtung & Trocknung

Die Aushärtung ist entscheidend für die endgültigen mechanischen Eigenschaften der Beschichtung.
Eine Unterhärtung führt zu einer weichen und abriebempfindlichen Schicht.
Eine Überhärtung kann die Beschichtung spröde und rissanfällig machen.

Ofenhärtung

Die meisten AFC-Systeme benötigen für 20–60 Minuten eine Temperatur zwischen 150 und 250 °C.
Maßgeblich ist dabei die tatsächliche Bauteiltemperatur und nicht nur die eingestellte Ofentemperatur.

BindemittelHärtetemperaturHaltezeitBesonderheit
Epoxidbasiert 150–180 °C 30–60 Minuten Auch als raumtemperaturhärtendes System erhältlich
Phenolbasiert 180–220 °C 20–40 Minuten Hohe Temperaturbeständigkeit
PAI (Polyamidimid) 200–260 °C 60–90 Minuten Stufenprogramm empfohlen
PTFE-Dispersion 340–380 °C 10–20 Minuten Spezialofen erforderlich
Wässrige Systeme 150–200 °C 30–60 Minuten Vortrocknung bei 60–80 °C empfohlen

Raumtemperaturhärtende Systeme

Einige epoxid- und polyurethanbasierte Gleitlacke härten ohne Ofeneinsatz aus.
Die vollständige mechanische Festigkeit wird erst nach 24–72 Stunden erreicht.
Diese Systeme eignen sich für Feldreparaturen und wärmeempfindliche Substrate.
Sie besitzen jedoch in der Regel eine geringere Haftfestigkeit und Temperaturbeständigkeit als ofengehärtete Varianten.

Gitterschnittprüfung zur Freigabe:
Nach der Härtung sollte eine Gitterschnittprüfung nach DIN EN ISO 2409 durchgeführt werden.
Eine Bewertung mit Gt 0 oder Gt 1 gilt als akzeptabel.
Gt 2 oder schlechter erfordert eine Überprüfung der Vorbehandlung und der Härtung.
Für die Serienfreigabe sollten mindestens fünf Prüfkörper je Los untersucht werden.

Branchen & typische Einsatzfälle

AFC-Gleitlacke sind eine branchenübergreifend einsetzbare Technologie.
Typische Einsatzbereiche sind:

Automobilindustrie: Kolbenbolzen, Nockenwellen, Gelenkwellen, Türscharniere, Bremskolben und Turbinenschaufeln

Medizintechnik: chirurgische Instrumente, Implantate, Endoskopschäfte und MRT-kompatible Führungsdrähte

Luft- und Raumfahrt: Fahrwerkskomponenten, Aktuatoren, Klappenscharniere, Triebwerksteile und Satellitengetriebe

Maschinen- und Anlagenbau: Führungsschienen, Spindeln, Walzen, Pressformen, Exzenter und Linearführungen

Lebensmitteltechnik: Förderbänder, Abfüllanlagen, Mischer und Trennmesser bei entsprechender NSF-H1- oder FDA-Konformität

Elektronik und Elektrotechnik: Steckverbinder, Schiebeschalter, Relaiskontakte und HF-Baugruppen mit h-BN-Systemen

Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange hält eine AFC-Beschichtung?
Die Standzeit hängt von der Belastung, dem Gegenlaufwerkstoff und der Schichtdicke ab.
Bei oszillierenden Bewegungen mit moderater Belastung sind 100.000–500.000 Zyklen typisch.
Bei hoch belasteten Schraubverbindungen kann die Beschichtung die gesamte Lebensdauer des Bauteils erreichen.
Vor der Serienfreigabe werden Tribometerprüfungen empfohlen.

Kann AFC-Gleitlack ohne Primer auf Aluminium aufgebracht werden?
Ein direkter Auftrag auf Aluminium kann funktionieren, wenn die Oberfläche vollständig entfettet und leicht angeraut wurde.
Für mechanisch beanspruchte Bauteile wird dennoch ein geeigneter Aluminiumprimer empfohlen.
Ohne Primer besteht ein erhöhtes Risiko für Unterwanderungskorrosion.
Bei Magnesiumlegierungen ist grundsätzlich ein Primer erforderlich.

Ist AFC-Gleitlack lebensmitteltauglich?
AFC-Gleitlacke sind nicht grundsätzlich für den Lebensmittelbereich zugelassen.
Es gibt jedoch spezielle Formulierungen mit NSF-H1-Zulassung für den gelegentlichen Kontakt mit Lebensmitteln.
Diese Produkte verwenden beispielsweise PTFE und geeignete organische Bindemittel.
Vor dem Einsatz sind die jeweils gültigen Zertifikate zu prüfen.

Welches Verdünnungsmittel kann verwendet werden?
Es darf ausschließlich das vom Hersteller empfohlene Verdünnungsmittel verwendet werden.
Fremdverdünner können das Bindemittelsystem beeinträchtigen und Fischaugen, Krater oder Haftungsversagen verursachen.
Bei wässrigen Systemen ist vollentsalztes Wasser zu verwenden, sofern das Datenblatt dies vorsieht.

Kann Gleitlack nachträglich als Reparaturbeschichtung aufgetragen werden?
Eine Reparaturbeschichtung ist mit Einschränkungen möglich.
Die Haftfestigkeit auf einer bereits ausgehärteten AFC-Schicht ist in der Regel geringer als auf einem blanken Substrat.
Die vorhandene Oberfläche muss mechanisch mit Schleifpapier der Körnung 320 aufgeraut und anschließend entfettet werden.
Bei sicherheitsrelevanten Bauteilen in der Automobil- oder Luftfahrtindustrie kann eine Reparaturbeschichtung unzulässig sein.
In solchen Fällen sind eine vollständige Entschichtung und Neubeschichtung erforderlich.

Wie wird eine AFC-Beschichtung entfernt?
Ausgehärtete AFC-Beschichtungen sind chemisch und mechanisch belastbar.
Eine thermische Entfernung durch Ausbrennen bei 400–500 °C ist nur bei ausreichend temperaturbeständigen Substraten möglich.
Alternativ kann die Beschichtung mechanisch durch Schleifen oder Strahlen entfernt werden, wobei ein Materialabtrag am Substrat möglich ist.
Eine chemische Entfernung ist mit geeigneten Abbeizmitteln für das jeweilige Bindemittelsystem möglich.
Dabei sind die Herstellerangaben zu beachten.
Die spätere Überarbeitung sollte bereits bei der Konstruktion und Auswahl des Beschichtungssystems berücksichtigt werden.

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