Glossar
Schmierstoff-Glossar von A bis Z
Fachbegriffe, Kennwerte und Normen aus der Schmierstofftechnik – verständlich erklärt. Finden Sie Informationen zu Schmierfetten, Industrieölen, Additiven, Kühlschmierstoffen und Freigaben.
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ACEA und API
Systeme zur Einteilung der Leistungsanforderungen von Motorölen; API führt auch Getriebeölklassen wie GL-4. Diese Angaben beschreiben Leistungskategorien und ersetzen keine benötigte Herstellerfreigabe.
AdBlue und AUS 32
Wässrige Lösung mit 32,5 % Harnstoff für die SCR Abgasnachbehandlung von Dieselmotoren. Wird in einem separaten Tank bevorratet und in den Abgasstrom dosiert.
Additive
Zusätze, die Eigenschaften des Grundöls gezielt verändern, etwa Verschleißschutz, Korrosionsschutz, Reinigungswirkung oder Schaumverhalten. Entscheidend ist das abgestimmte Additivpaket.
Alkylatbenzin und Gerätebenzin
Spezialbenzin mit sehr niedrigen Anteilen an Aromaten, Benzol und weiteren unerwünschten Bestandteilen. Wird unter anderem für motorbetriebene Kleingeräte angeboten. Zweitaktmischungen enthalten zusätzlich das vorgesehene Zweitaktöl.
Auswaschbeständigkeit
Widerstand eines Schmierfetts gegen das Auswaschen durch Wasser. Besonders wichtig bei Lagern und Schmierstellen mit Spritzwasser oder direktem Wasserkontakt.
AW Additive
Anti Wear: Zusätze zur Verminderung von Verschleiß. AW und EP beschreiben unterschiedliche Schutzfunktionen, die in einem Schmierstoff kombiniert sein können.
Calcium-Sulfonat-Komplexfett
Schmierfett mit einem Verdicker auf Basis überbasischer Calciumsulfonate.
Häufig mit guter Wasserbeständigkeit, hohem Korrosionsschutz und hoher mechanischer Belastbarkeit.
CGLP
Gleitbahnölklasse für Werkzeugmaschinen mit besonderen Anforderungen an das Reibungs- und Gleitverhalten.
Soll ruckartige Bewegungen durch Stick-Slip-Effekte vermindern.
CL
Industriegetriebeölklasse nach DIN 51517-2 mit Wirkstoffen zur Verbesserung von Alterungsbeständigkeit und Korrosionsschutz.
Für Anwendungen ohne die zusätzlichen Verschleißschutzanforderungen der CLP-Klasse.
CLP und CLP-D
CLP bezeichnet Industriegetriebeöle nach DIN 51517 Teil 3 mit Verschleißschutz für belastete Getriebe.
CLP-D ergänzt detergierende und dispergierende Eigenschaften. Die Leistungsklasse legt keine Viskosität fest.
cSt und mm²/s
cSt bedeutet Centistokes, eine Einheit der kinematischen Viskosität. Es gilt exakt: 1 cSt = 1 mm²/s.
Beispiel: 100 cSt bei 40 °C entspricht 100 mm²/s bei 40 °C.
Demulgiervermögen
Fähigkeit eines Öls, eingedrungenes Wasser wieder abzutrennen. Für viele Industrieöle erwünscht; bei wassermischbaren Kühlschmierstoffen ist dagegen eine stabile Mischung das Ziel.
Detergierend und dispergierend
Detergierende Zusätze wirken reinigend; dispergierende Zusätze halten feine Verunreinigungen verteilt. Bei HLP-D und CLP-D kennzeichnet D entsprechende zusätzliche Eigenschaften.
DIN 51517
Normenreihe für Schmieröle industrieller Getriebe und verwandter Anwendungen. Enthält unter anderem Anforderungen an CL- und CLP-Öle.
DIN 51524
Normenreihe für mineralölbasierte Hydraulikflüssigkeiten.
Unterscheidet unter anderem HL, HLP und HVLP mit unterschiedlichen Anforderungen an Alterungsbeständigkeit, Korrosionsschutz, Verschleißschutz und Temperaturverhalten.
DIN 51825
Norm für Schmierfette zur Schmierung von Wälz- und Gleitlagern sowie Gleitflächen. Legt Anforderungen an Gebrauchseigenschaften und Prüfverfahren fest.
DIN 51826
Norm für Schmierfette zur Schmierung von Wälzlagern unter besonderen Betriebsbedingungen. Beschreibt zusätzliche Anforderungen an die Gebrauchseigenschaften.
DN Wert und Drehzahlkennwert
Produkt aus Lagerdurchmesser in mm und Drehzahl in min⁻¹. Je nach Datenblatt wird der Bohrungsdurchmesser oder der mittlere Lagerdurchmesser verwendet. Die konkrete Definition muss beim Vergleich übereinstimmen.
Dynamische Viskosität und cP
Beschreibt den Widerstand gegen Scherung; Einheit Pa·s oder mPa·s. 1 cP entspricht 1 mPa·s. cP und cSt lassen sich nur unter Berücksichtigung der Dichte ineinander umrechnen.
Einsatzkonzentration
Anteil des Konzentrats im anwendungsfertigen Gemisch, meist in Prozent.
Die Angabe muss zusammen mit der Bezugsart, beispielsweise Volumenprozent, und der Anwendung gelesen werden.
Einsatztemperaturbereich
Vom Hersteller angegebener Bereich für die Anwendung. Dauerbetrieb und kurzzeitige Temperaturspitzen können unterschiedlich bewertet sein.
Lagerdrehzahl, Last und Nachschmierung beeinflussen die tatsächlichen Grenzen.
EMCOR
Dynamischer Korrosionstest für Schmierfette in Wälzlagern unter Wassereinfluss.
Niedrige Korrosionsgrade bedeuten weniger Rost im jeweiligen Prüfverfahren.
Emulgator
Bestandteil, der die Bildung und Stabilisierung einer Emulsion ermöglicht. Er hilft, Öl und Wasser fein verteilt zu halten.
Emulsion
Feine Verteilung einer Flüssigkeit in einer anderen, beispielsweise Öltröpfchen in Wasser.
Emulgatoren stabilisieren die Mischung. Viele mineralölhaltige KSS bilden milchige Emulsionen.
EP Additive
Extreme Pressure: Zusätze für hoch belastete Kontakte.
Sie vermindern die Gefahr von Fressen und Verschweißen, häufig durch die Bildung von Schutzschichten an den Oberflächen.
Esteröle
Grundöle auf Basis von Estern. Bestimmte synthetische Ester verbinden gute Schmierwirkung mit schneller biologischer Abbaubarkeit.
Nicht jedes Esteröl ist automatisch umweltverträglich oder für jede Dichtung geeignet.
Festschmierstoffe
Feste Stoffe, die Reibung mindern können, beispielsweise MoS₂ oder PTFE.
Sie werden unter anderem in Fetten, Pasten, Pulvern und Gleitlacken eingesetzt.
Fettalterung
Veränderung der Schmierfetteigenschaften durch Oxidation, Temperatur und mechanische Beanspruchung.
Mögliche Folgen sind Konsistenzänderungen, Ölabscheidung und nachlassende Schmierwirkung.
Fettverträglichkeit
Verträglichkeit unterschiedlicher Schmierfette beim Vermischen. Ungeeignete Kombinationen können Konsistenz, Ölabscheidung und Schmierwirkung verändern.
Filtrierbarkeit
Beschreibt, wie gut sich ein Schmier- oder Hydrauliköl durch Filter führen lässt. Verunreinigungen, Wasser und bestimmte Ölbestandteile können das Filtrationsverhalten beeinflussen.
Flammpunkt
Niedrigste Temperatur, bei der sich Dämpfe unter festgelegten Prüfbedingungen kurzzeitig entzünden.
Kein zulässiger Betriebsgrenzwert. Für Vergleiche muss auch die Prüfmethode übereinstimmen.
Förderbarkeit
Beschreibt, wie gut sich ein Schmierfett durch Pumpen, Leitungen und Verteiler transportieren lässt.
Wichtig bei Zentralschmieranlagen; abhängig von Konsistenz, Grundöl, Verdicker und Temperatur.
Fremdöl
Unbeabsichtigt eingetragenes Öl, etwa aus Hydraulik oder Gleitbahnschmierung.
Es kann KSS verunreinigen; abscheidbare Fremdöle lassen sich von der Badoberfläche entfernen.
FZG Test
Prüfung auf einem Zahnradverspannungsprüfstand. Je nach Verfahren werden etwa Fresstragfähigkeit, Pitting oder Graufleckigkeit beurteilt.
Eine Laststufe ist nur zusammen mit der konkreten Testvariante aussagekräftig.
Graphit
Kohlenstoffbasierter Festschmierstoff mit schichtartiger Kristallstruktur. Wird unter anderem in Schmierfetten, Pasten und Gleitlacken eingesetzt.
Die Schmierwirkung hängt von den Umgebungsbedingungen ab.
Grundöl und Basisöl
Flüssiger Hauptbestandteil eines Schmierstoffs. Mineralöle und synthetische Öle unterscheiden sich unter anderem in Temperaturverhalten, chemischer Beständigkeit und Materialverträglichkeit.
Grundölviskosität
Viskosität des Öls, das im Schmierfett enthalten ist. Zwei Fette der gleichen NLGI Klasse können sehr unterschiedliche Grundölviskositäten und damit unterschiedliche Einsatzprofile haben.
HEES
Kennzeichnung für umweltschonende Hydraulikflüssigkeiten auf Basis synthetischer Ester nach ISO 15380.
Sie verbindet die Grundölart mit Anforderungen an die Umweltverträglichkeit.
HFC
Schwer entflammbare, wasserhaltige Hydraulikflüssigkeit auf Wasser-Glykol-Basis.
Wird unter anderem in Anlagen mit erhöhtem Brandrisiko eingesetzt. Materialverträglichkeit und Betriebsgrenzen sind zu beachten.
HFD
Gruppe schwer entflammbarer, wasserfreier Hydraulikflüssigkeiten. Je nach Untergruppe auf unterschiedlichen synthetischen Flüssigkeiten aufgebaut.
Dichtungs- und Materialverträglichkeit sind produktspezifisch.
HLP
Hydraulikölklasse nach DIN 51524 Teil 2 mit Anforderungen an Alterungsbeständigkeit, Korrosionsschutz und Verschleißschutz.
Eine Angabe wie HLP 46 kombiniert Leistungsklasse und Viskositätsklasse.
HLP-D
Hydrauliköl mit zusätzlichen detergierenden und dispergierenden Eigenschaften.
Es kann Verunreinigungen und gewisse Wassermengen verteilt halten.
Das unterscheidet es von einem auf schnelle Wasserabscheidung ausgelegten Öl.
HVLP-D
Hydrauliköl mit verbessertem Viskositäts-Temperatur-Verhalten sowie detergierenden und dispergierenden Eigenschaften.
Kann Verunreinigungen und begrenzte Wassermengen verteilt halten. Keine eigenständige DIN-51524-Klasse.
HTHS Viskosität
High Temperature High Shear: dynamische Viskosität unter hoher Temperatur, üblicherweise 150 °C, und starker Scherung.
Der Kennwert in mPa·s hilft, das Verhalten des Motoröls in stark belasteten Schmierstellen zu beurteilen.
HVLP
Hydraulikölklasse nach DIN 51524 Teil 3 mit verbessertem Viskositäts Temperatur Verhalten gegenüber HLP. Hilfreich bei größeren Temperaturschwankungen.
HVO
Hydrotreated Vegetable Oil: paraffinischer Dieselkraftstoff aus hydrierten biogenen Ölen und Fetten, auch aus Reststoffen.
HVO ist chemisch von FAME Biodiesel zu unterscheiden. Für die Verwendung ist die Fahrzeugfreigabe maßgeblich.
ISO 21469
Norm mit Hygieneanforderungen an Formulierung, Herstellung und Verwendung von Schmierstoffen mit möglichem Produktkontakt.
Eine entsprechende Zertifizierung geht über eine reine Rezepturbewertung hinaus.
ISO 4406 Reinheitsklasse
Dreiteiliger Zahlencode für die Partikelbelastung eines Fluids, beispielsweise 15/13/10.
Die Zahlen stehen für Partikelgrößen ab 4, 6 und 14 µm(c).
Kleinere Zahlen bedeuten weniger Partikel.
ISO VG
Viskositätsklassen für industrielle Flüssigschmierstoffe nach ISO 3448. Die Zahl bezeichnet den Nennwert der kinematischen Viskosität bei 40 °C; zulässig ist ein Bereich von ±10 %. Beispiel: ISO VG 46 umfasst 41,4 bis 50,6 mm²/s.
Kavitation
Bildung und anschließendes Zusammenfallen von Dampfblasen durch örtliche Druckänderungen in einer Flüssigkeit.
Kann Geräusche, Schwingungen und Materialschäden verursachen.
K-Fett
Schmierfett für Wälz- und Gleitlager sowie Gleitflächen. Der Kennbuchstabe K wird in der Schmierfettklassifizierung nach DIN 51502 verwendet.
KP-Fett
Schmierfett mit zusätzlichen Hochdruckwirkstoffen zur Verbesserung des Verschleißschutzes unter hoher Belastung. Die Kennzeichnung KP wird nach DIN 51502 verwendet.
Kinematische Viskosität
Dynamische Viskosität geteilt durch die Dichte. In Datenblättern meist bei 40 °C und 100 °C angegeben. Werte sind nur bei derselben Bezugstemperatur unmittelbar vergleichbar.
Komplexseifenfett
Fett mit einem komplex aufgebauten Seifenverdicker, beispielsweise Lithiumkomplex oder Aluminiumkomplex. Solche Rezepturen ermöglichen oft hohe Tropfpunkte; ihre Einsatzgrenzen sind produktabhängig.
Konsistenz
Beschreibt, wie weich oder fest ein Fett ist und wie es sich unter Kraft verformt. Sie ist von der Viskosität des enthaltenen Grundöls zu unterscheiden.
KSS und Kühlschmierstoff
Medium für die Metallbearbeitung, das kühlt, schmiert und Späne abführt. Dazu zählen wassermischbare Produkte ebenso wie nichtwassermischbare Schneid- und Schleiföle.
Lithiumseifenfett
Fett mit Lithiumseife als Verdicker, häufig für allgemeine Lager- und Maschinenschmierung verwendet. Temperaturbereich und Lasttragfähigkeit ergeben sich aus dem konkreten Produkt.
Lösung
Homogene Flüssigkeitsmischung, bei der die Bestandteile gelöst vorliegen. Mineralölfreie synthetische KSS können klare Lösungen bilden; sie sind von ölhaltigen Emulsionen zu unterscheiden.
Low SAPS
Motorölformulierung mit begrenzten Anteilen an Sulfatasche, Phosphor und Schwefel. Entwickelt zur Verträglichkeit mit Abgasnachbehandlungssystemen. Die genaue Leistungsanforderung ergibt sich aus Spezifikation und Freigabe.
Luftabscheidevermögen
Fähigkeit, fein verteilte Luft aus dem Öl freizusetzen. Gute Luftabscheidung unterstützt einen gleichmäßigen Betrieb, besonders in Hydraulik und Umlaufsystemen.
Mineralöl
Aus Erdöl gewonnenes und raffiniertes Grundöl. In zahlreichen Hydraulikölen, Getriebeölen und Schmierfetten eingesetzt.
Mischreibung
Reibungszustand, bei dem der Schmierfilm nur einen Teil der Oberflächen trennt. Einzelne Rauheitsspitzen berühren sich weiterhin; dadurch steigt die Bedeutung wirksamer Verschleißschutzadditive.
MoS₂
Molybdändisulfid: schichtartig aufgebauter Festschmierstoff, unter anderem für belastete oder langsam bewegte Kontakte. Er ist von mineralöllöslichen Molybdänverbindungen zu unterscheiden.
Nachschmierintervall
Zeitabstand zwischen zwei Nachschmierungen. Abhängig von Lagerbauart, Drehzahl, Belastung, Temperatur und Umgebungsbedingungen.
NLGI Klassen
Konsistenzklassen des National Lubricating Grease Institute von 000 bis 6. Größere Zahlen stehen für festere Fette. NLGI 2 ist eine häufig verwendete Klasse für Lagerfette; die Klasse allein beschreibt keine Schmierleistung.
NLGI-Klassen im Überblick
Die NLGI-Klasse beschreibt die Konsistenz von Schmierfetten anhand der Walkpenetration.
| NLGI | Walkpenetration (0,1 mm) | Konsistenz |
|---|---|---|
| 000 | 445–475 | Sehr fließfähig |
| 00 | 400–430 | Fließfähig |
| 0 | 355–385 | Sehr weich |
| 1 | 310–340 | Weich |
| 2 | 265–295 | Mittelfest |
| 3 | 220–250 | Fest |
| 4 | 175–205 | Sehr fest |
| 5 | 130–160 | Hart |
| 6 | 85–115 | Sehr hart |
Die beschreibenden Wörter dienen der Orientierung; maßgeblich sind die genormten Penetrationsbereiche.
Zwischenangaben wie „NLGI 1,5“ in Produktbeschreibungen sind keine zusätzliche Klasse der obigen Standardskala.
Beispiel: Angaben im Datenblatt richtig lesen
„NLGI 2; Grundölviskosität 100 mm²/s bei 40 °C“ bedeutet: Das Fett ist mittelfest, während sein Grundöl bei 40 °C eine kinematische Viskosität von 100 cSt besitzt.
Die Zahl 2 lässt sich nicht in cSt umrechnen.
NSF 3H
Kategorie für Trennmittel auf Flächen mit direktem Lebensmittelkontakt, die das Anhaften verhindern sollen. Die erlaubte Funktion unterscheidet sich von der H1 Schmierstoffanwendung.
NSF H1
Registrierungskategorie für Schmierstoffe mit möglichem gelegentlichem, technisch unvermeidbarem Lebensmittelkontakt. H1 erlaubt keinen beliebigen oder absichtlichen Eintrag in Lebensmittel.
NSF H2
Kategorie für Schmierstoffe in Bereichen, in denen ein Lebensmittelkontakt ausgeschlossen ist. Eine H2 Registrierung ist keine Freigabe für zufälligen Lebensmittelkontakt.
Ölabscheidung
Austritt von Grundöl aus der Fettstruktur. Eine kontrollierte Ölabgabe versorgt die Kontaktflächen; zu viel Abscheidung kann die Fettstruktur verändern. Messwerte hängen von Prüfzeit und Temperatur ab.
Oxidationsbeständigkeit
Widerstand gegen Alterung durch Reaktion mit Sauerstoff. Hohe Temperaturen können die Alterung beschleunigen; mögliche Folgen sind Ablagerungen und Veränderungen des Öls.
PAG und Polyglykol
Polyalkylenglykol: synthetische Grundölgruppe, häufig für Anwendungen mit hohem Gleitanteil wie Schneckengetriebe. Viele PAG Produkte sind mit Mineralöl und PAO unverträglich; Mischbarkeit und Dichtungsverträglichkeit sind produktspezifisch.
PAO
Polyalphaolefin: synthetisches Kohlenwasserstoffgrundöl. Häufig in Industrieölen und Fetten eingesetzt, wenn gutes Kälteverhalten und hohe Alterungsbeständigkeit gefragt sind.
PD Technologie und Plastic Deformation
Additivtechnologie für eine fließeinglättende Veränderung mikroskopischer Oberflächenrauheiten. FUCHS beschreibt dafür die Bildung von Triboschichten unter belasteten Kontaktbedingungen. Plastic bedeutet hier plastische Verformung, nicht Kunststoff.
PFPE
Perfluorpolyether: fluorierte synthetische Grundöle mit hoher chemischer und thermischer Beständigkeit. Verwendet für anspruchsvolle Spezialanwendungen, etwa Vakuumtechnik. Die Eignung für eine konkrete Anwendung ist produktabhängig.
pH Wert
Kennzahl dafür, wie sauer oder alkalisch eine wässrige Flüssigkeit ist. Bei KSS unterstützt die Kontrolle die Überwachung des Badzustands. Sollwerte und Bezugskonzentration sind produktspezifisch.
Pitting und Mikropitting
Ermüdungsschäden durch wiederholte Kontaktbelastung. Pitting erzeugt Grübchen; Mikropitting betrifft sehr kleine Ausbrüche und kann als Graufleckigkeit sichtbar werden.
Polyharnstofffett
Fett mit einem organischen Verdicker auf Polyharnstoffbasis. Wird unter anderem für Elektromotorlager eingesetzt. Ein Wechsel von anderen Fettarten erfordert eine Prüfung der Verträglichkeit.
Pourpoint
Niedrigste Temperatur, bei der ein Öl im genormten Versuch noch fließt. Die Grenze für Startfähigkeit oder sichere Schmierstoffversorgung kann höher liegen.
PTFE
Polytetrafluorethylen: fluorierter Kunststoff. In Schmierstoffen als Festschmierstoff oder Verdicker eingesetzt. PFPE bezeichnet das Grundöl, PTFE häufig die feste Komponente.
Refraktometer und Faktor
Messgerät zur Konzentrationsabschätzung über die Lichtbrechung. Bei entsprechender Herstellervorgabe gilt: Ablesewert × Produktfaktor = Konzentration. Beispiel: 4 × 1,5 = 6 %. Fremdöl und Verschmutzung können die Messung verfälschen.
Reibwert
Dimensionsloses Verhältnis der Reibkraft zur Normalkraft. Er hängt vom gesamten Kontaktsystem und den Betriebsbedingungen ab, nicht allein vom Schmierstoff.
REWITEC Beschichtungstechnologie
Produktbezogene Technologie mit silikatbasierten Beschichtungskonzentraten. Laut Anbieter sollen sich tribologische Oberflächen verändern. Aussagen über Wiederherstellung vorgeschädigter Bauteile sind Herstellerangaben und keine allgemeine Reparaturgarantie.
SAE Klassen
Viskositätsklassen für Fahrzeugöle. Bei Motoröl 5W-30 beschreibt 5W das Verhalten bei niedrigen Temperaturen und 30 den Viskositätsbereich bei hoher Temperatur. Die Zahlen sind weder Temperaturgrenzen noch cSt Werte.
Schaumverhalten
Neigung zur Bildung und Beständigkeit von Schaum an der Öloberfläche. Es ist ein anderer Kennwert als die Abscheidung von Luftblasen innerhalb des Öls.
Scherstabilität
Widerstand gegen eine dauerhafte Veränderung durch mechanische Beanspruchung. Bei Fett betrifft dies vor allem die Konsistenz; bei Öl kann es die Viskosität betreffen.
Schmierfett
Schmierstoff aus Grundöl, Verdicker und meist Additiven. Der Verdicker hält das Öl in einer gelartigen Struktur am Schmierort. Die Schmierwirkung und Konsistenz hängen von der gesamten Rezeptur ab.
Spezifikation Freigabe und Empfehlung
Eine Spezifikation beschreibt Anforderungen. Eine Freigabe ist die ausdrückliche Anerkennung durch den betreffenden Hersteller. Eine Einsatzempfehlung des Schmierstoffanbieters ist davon zu unterscheiden.
Stick Slip und Ruckgleiten
Wechsel zwischen Haften und Gleiten, der ruckartige Bewegungen verursacht. Geeignete Reibungsmodifikatoren können das Bewegungsverhalten verbessern, etwa in Hydraulikzylindern und Gleitführungen.
STOU
Super Tractor Oil Universal, teils auch Special Tractor Oil Universal: Multifunktionsöl, das zusätzlich Motorölanforderungen erfüllt. Für jedes Aggregat müssen die erforderlichen Spezifikationen passen.
Triboschicht
Dünne Schutz- oder Reaktionsschicht im Reibkontakt, die sich durch das Zusammenwirken von Oberfläche, Schmierstoff und Belastung bildet. Solche Schichten können Reibung und Verschleiß beeinflussen.
Tropfpunkt
Temperatur, bei der im genormten Test der erste Tropfen aus dem Fett austritt. Dieser Laborwert ist keine zulässige Dauereinsatztemperatur.
UTTO
Universal Tractor Transmission Oil: Multifunktionsöl für Traktorengetriebe, Hydraulik und gegebenenfalls nasse Bremsen. Eine Motoröleignung folgt daraus nicht.
Verdicker
Bildet die Struktur eines Schmierfetts und hält das Grundöl. Beispiele sind Lithiumseifen, Aluminiumkomplexseifen, Polyharnstoffe und PTFE. Der Verdicker beeinflusst Wasserbeständigkeit, Temperaturverhalten und Mischverträglichkeit.
Viskosität
Maß für den Fließwiderstand einer Flüssigkeit. Bei gleicher Temperatur bedeutet eine höhere Viskosität ein zähflüssigeres Öl. Schmieröle werden bei Erwärmung gewöhnlich dünnflüssiger.
Viskositätsindex und VI
Dimensionslose Kennzahl für die Änderung der Viskosität mit der Temperatur. Ein hoher VI steht für eine vergleichsweise geringe Temperaturabhängigkeit; er ist keine allgemeine Qualitätsnote.
VKA und Vierkugelapparat
Laborprüfung mit vier Stahlkugeln zur Beurteilung von Verschleiß oder Hochdruckeigenschaften. Schweißkraft wird in N angegeben; eine höhere Schweißkraft bedeutet höhere Belastbarkeit in diesem Test.
Walkpenetration
Eindringtiefe eines genormten Kegels in ein zuvor mechanisch gewalktes Fett, üblicherweise bei 25 °C nach 60 Doppelhüben. Einheit: 0,1 mm. Ein höherer Messwert bedeutet ein weicheres Fett.
Wasserbeständigkeit
Beschreibt das Verhalten eines Schmierfetts bei Wasserkontakt. Wasser kann Konsistenz, Haftvermögen und Schmierwirkung beeinflussen.
Wassermischbar
Konzentrat, das zur Anwendung mit Wasser angesetzt wird. Je nach Rezeptur entsteht eine Emulsion oder eine Lösung. Mischungsverhältnis und Wasserqualität gehören zu den Produktvorgaben.
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